Linda Kögel

Malerin des Freskos in der Apsis der Erlöserkirche

Vortrag von Antonia Voit über Linda Kögel am 16. März 2015 in der Erlöserkirche. 
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Theodor Fischer

Der Erbauer der Erlöserkirche

1899 gab der damalige "Protestantische Kirchenbau-Verein Schwabing" dem Architekten Theodor Fischer den Auftrag, eine neue Kirche zu bauen. Diesem Glücksfall verdankt Schwabing die "schönste Kirche Münchens".

Theodor Fischer, geboren 1862, wuchs in einem protestantischen Kaufmannshaus in Schweinfurt auf. Nach Abitur, Architekturstudium in München und Wanderjahren in Deutschland, u. a. bei Wallot in Berlin, kam er nach München zurück.

Er wurde 1893 Vorstand des neuerrichteten Stadterweiterungsbüros, dem ersten dieser Art in Deutschland. Er führte die von ihm geschaffene bis 1976 gültige Staffelbauordnung ein.

Theodor Fischer baute die 1899 vom Hochwasser zerstörten Brücken der Prinzregenten-, die Max-Joseph- und die Wittelsbacherbrücke nach seinen Entwürfen wieder auf. Zusammen mit dem Schulreformer Kerschensteiner baute er die modernsten Schulhäuser jener Zeit. Zu seinen Werken gehört auch das Marionettentheater an der Blumenstraße.

Dann erhielt er den Auftrag die Erlöserkirche in Schwabing zu bauen, eine Kirche als "point de vue" von der Leopoldstraße aus gesehen. Sie wurde zur ersten Kirche in Bayern, in der die Anordnung von Kanzel, Altar, Taufstein und Orgel es der Gemeinde ermöglicht, Wort und Sakrament nahe zu erleben.

1901 erhielt Theodor Fischer einen Ruf an die Technische Hochschule in Stuttgart. Er wurde zum Begründer der "Stuttgarter Schule". Ab dieser Zeit baute er in ganz Deutschland Wohnhäuser, Volkshäuser, weitere Kirchen (Ulmer Garnisonskirche), die Universität Jena und verschiedene Erweiterungs- und Ergänzungsbauten.

1908 führte ihn der Ruf als Professor für Baukunst an der Technischen Hochschule wieder nach München zurück. Dies war verbunden mit dem Auftrag zum Bau des Polizeipräsidiums an der Ettstraße und zum Umbau des Augustinerblocks.

In München ist die Prinzregentenzeit äußerst fruchtbar für alle Künste. Prinzregent Luitpold zog manche berühmte Künstler in die bayerische Landeshauptstadt. Theodor Fischer arbeitete jedoch lieber mit weniger bekannten Künstlern zusammen, denn es sollten seine eigenen Entwürfe umgesetzt werden. So gehörte Theodor Fischer in die Reihe der Jugendstilarchitekten, die ihre Bauten bis ins kleinste Detail selbst entwarfen.

Nach dem 1. Weltkrieg entstand die Siedlung Alte Heide im Norden Münchens, das Ledigenwohnheim an der Bergmannstraße und als letzter Sakralbau die Waldkirche in Planegg.

Im Dritten Reich missfielen den Machthabern seine religiösen Äußerungen ("das Sein und jede künstlerische Handlung kommt von Gott") und sein Protest gegen die Schließung des Bauhauses. Es wurde still um ihn, trotz vieler Ehrentitel und internationaler Anerkennung. Er starb am 25. Dezember 1938 und wurde auf dem Münchner Waldfriedhof beerdigt.

Text: Veronika Hofmeister


Erlöserkirche • Germaniastraße 4 • 80802 München
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